Die Samenspende selbst ist schon älter als die detaillierte Beschäftigung mit ihr auf wissenschaftlicher und rechtlicher Ebene. Schon vor mehr als 100 Jahren sind Samenspenden erfolgt – letztlich braucht es dazu nicht mehr als einen männlichen Sexualpartner, sofern die Spende auf natürlichem Wege erfolgt.

Papst dagegen

Schon damals hat der Papst sich sogar gegen die homologe Samenspende, also die Spende durch den zukünftigen sozialen Vater, ausgesprochen. Zu dieser Zeit war die homologe Insemination vor allem in Frankreich beliebt. Um das Jahr 1910 breitete sich das Verfahren auch in Deutschland immer weiter aus.

Im Jahr 1970 liegt ein wichtiger Meilenstein in der Geschichte der Samenspende. In diesem Jahr ließ die Bundesärztekammer erstmals eine Befruchtung von Eizellen durch Samenspenden in Deutschland offiziell zu. Vorher bewegte man sich also mit einer solchen Vorgehensweise in einer rechtlichen Grauzone.

Wenige Jahre später, im Jahr1978, kam mit Louise Joy Brown in England das erste Kind auf die Welt, das mit Hilfe künstlicher Befruchtung im In-vitro-Verfahren gezeugt wurde. Mittlerweile haben Millionen weitere Kinder auf diesem Weg das Licht der Welt erblickt.

Befruchtung im In-vitro-Verfahren

Dieses Verfahren war vom britischen Physiologen Robert Edwards entwickelt worden, der dafür erst im Jahr 2010 mit dem Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet wurde. Sein Mitstreiter war der Gynäkologe Patrick Steptoe.

Die Idee hierzu hatte Edwards bereits im Jahr 1960 und experimentierte zunächst mit den Zellen von Tieren, bevor er sich an den Menschen heranwagte. Dabei kam es zunächst immer wieder zu Rückschlägen, bei denen sich das befruchtete Ei nicht in der Gebärmutter eingenistet hat.

Seit 1982 ist auch hierzulande die künstliche Befruchtung im Reagenzglas, bekannt als In-vitro-Fertilisation, erlaubt. Diese kann sowohl mit dem eigenen Sperma des echten, sozialen Vaters erfolgen als auch mit der Hilfe von Spendersperma.

Mehr als 200.000 Kinder sind seitdem in Deutschland allein auf diesem Weg auf die Welt gekommen, außerdem geschätzte 100.000 Kinder durch heterologe Insemination, also mit Hilfe des Samens eines Spenders.

Leihmutterschaft

Im Jahr 1991 wurde ein Verbot der Leihmutterschaft in Deutschland im Embryonenschutzgesetz verankert.

Die weiteren Aussichten für Samenspender sind gut: Der Trend zur Samenspende wird zunehmen. Durch verschiedene Umwelteinflüsse häufen sich die Fälle von Zeugungsunfähigkeit bei Männern.

Gleichzeitig steigt der Wunsch, tatsächlich auch eine Familie zu gründen, sofern es sie Lebensumstände es zulassen, und sich daran nicht von der Natur hindern zu lassen.