Welche Risiken für den Samenspender gibt es?

Eine berechtigte Frage, die sich der Samenspender stellen mag: Was ist mit den Verpflichtungen, die aus einer leiblichen Vaterschaft durch Samenspende entstehen können?

Schließlich ist der Verdienst durch die Samenspende vergleichsweise gering, wenn man die Höhe von Unterhaltszahlungen in Betracht zieht.

Das Gesetz in Deutschland und fast alle Samenbankbetreiber mit ihren Verträgen sorgen hier für große Sicherheit – aber im Gegensatz zu einigen anderen europäischen Staaten nicht für vollständige Anonymität.

Wer ist der Vater?

Die Vaterschaft wird bei einer Samenspende automatisch auf den männlichen Teil des Empfängerpaares als sozialen Vater übertragen, der sie anerkennt. Das hat mehrere Vorteile.

Denn erstens ist der Samenspender auf diese Weise vor möglicherweise auf ihn zu kommenden Verpflichtungen wie etwa Unterhaltszahlungen geschützt. Schwierig wird es nach geltender Rechtslage auch mit Erbansprüchen gegen den biologischen Vater.

Gleichzeitig besitzt der soziale Vater die gleichen Rechte gegenüber dem Kind, als wenn er selbst es auf normalem Wege mit seiner Partnerin gezeugt hätte.

Anonymität des Samenspenders

Die Identität des Samenspenders bleibt weitestgehend geschützt. Die Eltern des Kindes besitzen keinerlei Möglichkeiten und auch keinen rechtlichen Anspruch darauf,  herauszufinden, vom wem die Samenspende stammt. Die Samenbank ist hier in einer Vermittlerposition angesiedelt.

Auch die Anonymität der sozialen Eltern bleibt gewahrt. Der Samenspender willigt mit Unterzeichnung der Verträge mit dem Samenbankbetreiber ein, dass er keinen Anspruch darauf hat, zu erfahren, ob seine Samenspenden überhaupt Verwendung gefunden haben und welchem Elternpaar er damit geholfen hat.

Lediglich dem Kind steht mit der Vollendung seines 18. Lebensjahrs das Recht zu, die Identität seines biologischen Vaters zu erfahren. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass es überhaupt weiß, dass es durch donogene Insemination gezeugt worden ist. Ab diesem Zeitpunkt beziehungsweise ab der Kenntnisnahme gilt eine Frist von zwei Jahren, in denen die Daten eingeholt werden können; danach verfällt der Anspruch.

Vielfach verzichten die sozialen Eltern jedoch darauf, ihr Kind über seine Entstehung aufzuklären, um keine Unruhe in die ansonsten sehr intakte Familie zu bringen. Somit ist die Gefahr gering, dass überhaupt Ansprüche geltend gemacht werden. Das Kind müsste überdies in einem aufwändigen Gerichtsverfahren die Vaterschaft des sozialen Vaters anfechten und über alle Instanzen gewinnen.

Eine ganz große Ausnahme, bei der die Identität des Samenspenders offen gelegt werden muss, bilden schwere Erkrankungen des Kindes, bei denen der biologische Vater etwa durch Knochenmark- oder Organspende zur Heilung oder Lebensrettung beitragen kann.